Schulhund Toni besucht einmal in der Woche die Kinder im Kindergarten

als ich meinen Labradorwelpen Toni bei der Züchterin Isabel Marschall abholte, wollte ich ihn auf jeden Fall gut erziehen und wir meldeten uns direkt zum Welpenkurs in der Tierpsychologischen Hundeschule an. Nach mehreren Kursen war klar, dass ich auch die Begleithundeprüfung machen wollte. Parallel dazu wurde die Therapie-Bbesuchshundeausbildung angeboten. Toni bestand erfolgreich beide Prüfungen. 
Für mich stellte sich jetzt die Frage, wie ich meinen Therapie-Besuchshund nun einsetzen könnte. Da ich Erzieherin bin und in einer Kindertagesstätte arbeite, wollte ich meinen Hund mit in den Kindergarten nehmen und den Kindern den richtigen Umgang mit Hunden näher bringen.
Mittlerweile haben Toni und ich auch die Ausbildung zum Schulhund-RLP in der Tierpsychologischen Hundeschule Marschall erfolgreich abgeschlossen.Da bei uns in der Einrichtung die meisten Kinder ganztags angemeldet sind, da beide Eltern arbeiten, haben sie meistens keine Haustiere. Meine Chefin war von der Idee begeistert, aber zwei Kolleginnen im Team hatten große Angst vor Hunden. Nachdem ich mich mehrmals privat mit ihnen getroffen habe und wir gemeinsam mit Toni spazieren gegangen sind, merkten sie das dieser Hund gut erzogen ist und nicht an ihnen hochspringt oder sie anbellt. Das Eis war geprochen und sie stimmten der Idee zu. Der Träger der Einrichtung und die Eltern wurden informiert und dann stand dem Projekt ,,Gemeinsames Lernen mit Therapiebesuchshund Toni" nichts mehr im Wege.

Wir treffen uns einmal in der Woche in zwei Projektgruppen. Die Kinder sind zwischen vier und sechs Jahre alt. Wobei ich auch öfter Besuch von unseren ganz kleinen Kindern ( 1-2 Jahre ) habe.

Zuerst stand die Theorie im Vordergrund. Da viele Kinder heute keinen oder nur wenig Kontakt zu Hunden haben und um Mißverständnissen vorzubeugen, lernten die Kinder erst einmal die Regeln im Umgang mit Hunden. Wie zum Beispiel:

  • Wir sind leise wenn ein Hund im Raum ist
  • Wenn der Hund auf seiner Ruhedecke liegt, möchte er nicht gestört werden
  • Wir rennen nicht, wenn ein Hund im Raum ist
  • Wenn wir fertig sind, müssen wir uns unsere Hände mit Wasser und Seife waschen

Dies sind nur einige Beispiele. Es wurde eine Collage mit den wichtigsten Hunderegeln erstellt und im Raum aufgehängt, damit die Kinder immer wieder an die Regeln erinnert werden.
Als nächstes lernten wir die Körpersprache der Hunde kennen.

  • Wie sieht ein Hund aus, der sich freut
  • Wie sieht ein Hund aus, der ängstlich ist
  • Wie sieht ein Hund aus, der böse ist

In Rollenspielen lernten die Kinder die Körpersprache der Hunde zu deuten.
Nachdem wir uns die Körpersprache der Hunde genauer angeschaut hatten, kam eine Mutter von einem Kind aus der Projektgruppe auf mich zu und erzählte mir:
"Immer wenn sie mit ihrem Sohn spazieren geht und sie einen Hund treffen, erklärt er ihr welche Körpersprache der Hund gerade zeigt."

Dadurch sieht man, dass die Kinder aufmerksam zuhören und viel mitnehmen und das Gelernte auch im Alltag umsetzen.
Und dann war es endlich soweit. Toni besuchte das erste Mal die Kinder der Projektgruppe. Einige Kinder sind den Umgang mit Hunden gewohnt, andere sind eher zurückhaltend und streicheln ganz vorsichtig oder haben sogar ein bißchen Angst. Auch diese Kinder versuche ich in das Projekt miteinzubeziehen. Mittlerweile sind alle Kinder sicher im Umgang mit Toni. Sie streicheln ihn, bereiten Gedächtnisspiele vor, dass heißt, sie verstecken Leckerlies die Toni dann suchen muß. Damit der Vormittag für Toni nicht so anstrengend wird, baue ich immer aktive und passive Übungen ein. Zum Beispiel haben wir uns letztens mit der Pflege der Hunde beschäftigt. Die Kinder durften Toni bürsten, sich die Krallen und Zähne anschauen. Ich habe ihnen erklärt, dass auch Hunde Zähne putzen müssen und habe es ihnen gezeigt. Das hat die Kinder sehr beeindruckt.
Danach durften sie noch ein Bild dazu malen. So beschäftigen wir uns jede Woche mit einem anderen Thema Rund um den Hund. Den Kindern und mir macht das Projekt großen Spaß und wenn ich freitags das grüne T- Shirt anhabe, wissen sie das das Hundprojekt heute stattfindet.

Die Therapiebesuchshundeausbildung und Schulhund-RLP-Ausbildung macht sehr viel Spaß und man kann danach so viele kleine und große Menschen mit dem Besuch des Hundes glücklich machen.

Daniela Kaufmann
und Toni